*staubwisch*
Man sollte mit der Studien- und späteren Jobwahl vorsichtig sein, sonst kann es einen schnell über den ganzen Planeten wirbeln
In den ersten Jahren nach dem Stupidicum hatte ich im Strategischen Einkauf zwar einen stressigen, aber nichtsdestrotrotz sehr interessanten und sicheren Posten, in dem ich sogar noch unterschwellig vorhandene Berufsträume verbidnen konnte. Nicht Berufsfeuerwehr, aber immerhin faktischer Chef der Gefahrenabwehr im Gewerbepark mit engen Kontakten zu den Blauröcken - eine Konstellation, mit der ich nie gerechnet hätte.
Irgendwann kam ich dann auf die Idee der Weiterentwicklung... naja, räumlichen Veränderungen trifft's wohl eher, im strategischen Einkauf bin ich ja immer noch.
2009 bin ich dann jedenfalls als Supplier Relationship Manager (sorry, ich arbeite für einen US-amerikanischen Konzern) in die Schweiz gezogen. Da war dann auch meine Faulheit bzgl. neue Sprache lernen gebrochen und die Frage "französisch oder spanisch" geklärt - wer im Canton de Vaud überleben will, sollte die französische Sprache zumindest rudimentär beherrschen. Also sehr positiver Nebeneffekt.
Die nächste Veränderungen kam unerwartet, dafür aber umso schneller - seit Mai 2010 sitze ich als Commodity Manager auf einer netten, kleinen tropischen insel im Südchinesischen Meer (ich hätte noch 2009 nie damit gerechnet, jemals nach Asien zu reisen, geschweige denn dort zu wohnen), erzähle meinen weltweiten Teams, wie ich mir die Zukunft "meiner" Warengruppen so vorstelle, verhandle Preise und Verträge mit den Top-Lieferanten und spiele den Vermittler, wenn es massive Probleme gibt.
Das Ganze ist natürlich - auch das hat sich ergeben, ohne dass ich da aktiv drauf zugearbeitet hätte - mit viel Reiserei verbunden. Klingt toll, ist auch tatsächlich spannend, geht aber irgendwann trotzdem auf die Nerven und man freut sich nur noch darauf, nach Hause zu kommen, sein eigenes Bett zu haben, normales Essen zu bekommen und nicht jeden Tag zweimal ins Restaurant gehen zu müssen.
Lange Rede, kurzer Sinn - man kann noch viel planen, vieles ergibt sich aber einfach, immer wieder entdeckt man Chancen, die vorher nicht da waren...