So, habe das Game gerade durchgespielt.
Alles in allem fand ich es deutlich besser als das erste Spiel, auch wenn es kein Meilenstein ist. Die Story ist diesmal recht abwechslungsreich gehalten, es gibt mehr Locations und bessere Rätsel. Das Finale im Rittersaal ist zudem ein besserer Schluß als der im ersten Spiel, wo Stephan ziemlich emotionslos zum Ritter geschlagen wurde.
Was hätte man besser machen können?
Tja, wie Dani schon sagte, eigentlich hätte ich mir ein wenig mehr von den Hühnern gewünscht - so sind sie eigentlich nur im letzen Drittel des Spiels mit von der Partie.
Und auch der Ritterrat kam meines Erachtens etwas zu kurz: gerade Dampfwalze habe ich am Ende schmerzlich vermisst, wo ich mich doch schon so auf Sprüche über seine Vorliebe für Ingrid gefreut hatte.
Insgesamt sehe ich auch die Konzeption des Spiels, die Orginalereignisse aus den ersten Bänden anders zu erzählen, mit einem leichten Stirnrunzeln.
Mir ist schon klar, was man damit bezwecken will, nämlich den Nichtlesern der Serie einen Zugang zum Spiel ermöglichen, dennoch sind gerade die ersten 4-5 Bücher das Fundament von Schreckenstein, an dem man nicht rumrütteln sollte.
Stephan wird nun mal nicht Ritter, weil er einen Herrn Wackelstein als Brandstifter enttarnt, sondern weil er beim Kugelstoßen (Wo war eigentlich der Sportplatz? Habe ich vermißt.) für Schreckenstein gewinnt und am Ende die Burg vor den Machenschaften eines Herrn Klinke rettet (wo nebenbei die besondere Beziehung Dr. Waldmann-Sonja-Ottokar-Stephan) herrührt.
Und die erste Konfrontation mit Rosenfels ist für mich untrennbar mit der Seeschlacht, der ersten Begegnung mit FDH (Stephan und Ottokar entschuldigen sich für die irrtümlich verdächtigten Mädchen) und dem finalen Tanzabend verbunden, die erste Begegnung Stephans mit Beatrix mit einem Fluch: "Du blöde Kuh", einem Akkordeonklau bei Nacht und einer Runde im Kabuff.
FDH schwärmt zudem erst ab Band 4 für Mauersäge und der Geheimgang wird bekanntlich auch erst in Band 5 entdeckt. All das wird durch die Stories der beiden Spiele nun völlig anders dargestellt, was ich schade finde.
Außerdem bekommt man als Spieler IMO nur wenig vom "Schreckensteiner Geist" mit, bzw. man erfährt zu wenig darüber. Gerade bei einem Spiel, dass den Namen "Streiche auf Burg Schreckenstein" trägt, hätte ich erwartet, dass die Definition eines "Schreckensteiner Streiches" hervorgehoben wird [Das nichts kaputt gehen sollte, das der Betroffene darüber lachen können sollte, usw.], aber Pustekuchen, da wird mal eben der Pokal geklaut (Mücke gibt noch ein paar moralische Fingerzeige) und fertig.
Ebenfalls kaum vorhanden ist das "Schreckensteiner Gemeinschaftsgefühl". Es wird einfach zu wenig klar, was diese spezielle Gemeinschaft ausmacht, da hätte ich mir etwas mehr gewünscht als in Spiel 1 die Löschaktion beim Boothaus und einem Ottokar, der ständig brummt:"Eines vergiss nie: Ich will auf Schreckenstein, allzeit fair und ehrlich sein!". Auf der anderen Seite muss man allerdings zugeben, dass es sehr schwierig ist, dieses Geimeinschaftsfeeling in einem Computerspiel darzustellen.
Hervorragend gefallen hat mir auf alle Fälle die Synchronisation. Die Stimmen waren nach meinem Geschmack alle bemerkenswert gut ausgewählt, insbesondere der Sprecher von Stephan macht einen guten Job (man denke nur an das Telefonat mit Beatrix und die vielen ähs). Die Sprüche im Spiel waren manchmal mehr, manchmal weniger gelungen, richtig hühnerfeindlich fand ich sie aber nicht.
Als Minuspunkt bleiben die häufigen Spielabstürze.
Falls es noch einmal ein Schreckensteinspiel geben sollte, würde ich mir eine Handlung wünschen, die nach den ersten 6 Bänden einsetzt, d.h. dass es gewisse Beziehungen zwischen den Charakteren (Ottokar-Stephan, Stephan-Beatrix) schon gibt und diese nicht mehr aufgebaut werden müssen. Schön wäre es natürlich auch, wenn man noch ein paar andere aus den Büchern liebgewonnene Figuren in einem solchen Spiel wiedertreffen könnte, wie z.B. Andi, Strehlau, Eugen, Fritz (unbedingt! Ich will den Spruch hören.), Frl. Böcklmayr, Jerry, Udo, Andreas, die 3 Kratzbürsten, die fehlenden 2 Minis, Schießbude, Gießkanne, Rolle, Dr. Schüler, Bürgermeister Kress, usw.