Hallo zusammen,
da ich gerade mitten in Band 9 bin (und die Bände davor auch gerade gelesen habe), wärme ich dieses Thema mal wieder auf:
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Band 4 - Die Schreckensteiner auf der Flucht - und Band 9 - Verschwörung auf Burg Schreckenstein - sind sich doch ziemlich ähnlich.
Einmal gastieren die Schreckensteiner auf Rosenfels, beim nächsten Mal die Rosenfelserinnen im gräflichen Teil der Burg.
Den Rosenfelserinnen wurde im genannten Thread ja schon vorgeworfen, sich auf der Burg Dinge herauszunehmen, die sie wenige Bände zuvor auf Rosenfels nie aktzeptiert hätten (haben).
Wie denkt Ihr darüber?
Band 4:
Diese Episode gefällt mir sehr gut. Die Ritter sind im Schloß nur "geduldet", weil Rosenfels dem Grafen gehört.
Wie sich die Ritter den Mädchen "annähern", finde ich aber spannend - wenn auch nicht immer ritterlich gemäß ihrem Spruch "...allzeit fair..."
Die Trimester-Hemden finde ich gut, und die Kontrolle ist die typische Reaktion von FDH: Wo der Rex seinen Schülern vertraut hält es FDH mit Lenin: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Reaktion mit den Bächle'schen Duftessenzen ist dann nur die logische Fortsetzung dieser Auseinandersetzung.
Das Aushängen der Duschraum-Fenster z.B. finde ich nicht sonderlich originell: Wie der Rex sagt (Sammelband 2, S. 93): "Ein Streich ist immer erst dann gelungen, wenn auch der, gegen den er sich richtet, darüber lachen kann. Ich finde es zum Beispiel weder sehr komnisch noch sonderlich taktvoll, Mädchen am Waschen zu hindern. Sie wollen ihren Gästen doch gefallen."
Auch wenn OH diese Kernaussage gleich darauf als Scherz des Rex wieder abwertet, drückt sie doch meiner Meinung nach genau den Unterschied aus zwischen den Jungs und den Mädchen. Gerade hier kommt dan der Unterschied in der Entwicklung bei Jungs und Mädchen zum Vorschein, die von OH ganz gut herausgearbeitet wird.
Band 9:
Umgekehrte Situation: Die Mädchen sind "Gäste" der Jungs.
Seit Erscheinen von Band 4 sind 8 echte Jahre vergangen, im Zeitablauf auf Schreckenstein aber höchstens ca. 1 Jahr (siehe hier:
Das Alter der Ritter pro Band ).
Bezeichnend für diese Episode ist für mich die Aussage von Dr. Waldmann: (Sammelband 3, S. 285) "Jetzt erlebt ihr, was das heißt: friedliche Koexistenz zweier Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, oder einfacher: mit unterschiedlichen Auffassungen. Das erfordert mitunter sehr viel Geduld."
Mücke beschreibt das im Sonderblatt sehr schön aus seiner Sicht (Sammelband 3, S, 290): "Das Leben auf unserer Burg hat sich verändert. Wenn auch nicht so sehr, wie manche befürchtet haben. Die vorläufige Hausordnung ist zum Teil gar nicht übel. Wir haben Ablenkung und gleichzeitig Ruhe voreinander." Eigentlich also ein ganz idealer Zustand - wenn da nicht das Mißtrauen wäre: "Mißtrauen ist hier nicht üblich. Wir sind auch gegen Einmischung in unsere Angelegenheiten, wie zum Beispiel das Verbot von Streichen."
Die Mädchen als Gäste sehen das ganze in ihrem Flugblatt so (Sammelband 3, S. 300):
"Ihr seid nicht nur schlechte Verlierer, sondern auch dumme Trotzköpfe! Wo bleiben die fabelhaften ritterlichen Eigenschaften, auf die ihr euch so viel einbildet? Wo bleibt die Gleichberechtigung?"
Dieser Botschaft stimme ich zu!
Was ist die größte Angst der Ritter? Das sie ihre Gemeinschaft erweitern müssen um die Mädchen. Warum haben sie Angst davor? Vielleicht weil sie das unbekannte Wesen "Mädchen" (noch) nicht kennen? Weil sie Angst vor Veränderungen ihrer heilen Welt haben ("Es ist nicht mehr so wie früher.")
Das ganze spitzt sich zu im Streit zwischen Stephan und Ottokar.
Für mich symbolisiert Ottokar den konservativen Trotzkopf, der am liebsten keine Veränderung möchte. Stephan hingegen wird als der aufgeschlossene Typ dargestellt, der bereit ist, auf Veränderungen positiv zuzugehen. Ob sein Alleingang allerdings hier das richtige ist, ist wieder eine andere Frage.
Da ich gerade hier beim Lesen angelangt bin, gilt: Fortsetzung folgt...
Herzliche Grüße