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Rolf

Unregistered

21

Tuesday, August 15th 2006, 9:12pm

Ich glaube ohne die Hühner mit ihren überzogenen Forderungen hätte der Plot des 9. Bandes schlichtweg nicht funktioniert.

Der Band lebt über weite Strecken von der Fehde zwischen Ottokar und Stephan, die aus diesen überzogenen Forderungen der Hühner entsteht. Später dann zusätzlich auch vom Knatsch zwischen Beatrix und Stephan. Gleich zwei Konflikte, die damals in meinem Ritter-Universum unvorstellbar waren.

<conspiracy>
Wenn man sich die Veröffentlichungsdaten anschaut könnte man auch auf den Gedanken kommen, dass es sich bei Band 9 um einen Schnellschuss handelt, der OH vom Verlag aufgezwungen wurde, mit dem Ziel einen weiteren Sammelband herausgeben zu können. Die Tatsache, dass der dritte Sammelband ebenso wie die EBs 8 und 9 im Jahr 1977 erschienen ist, stützt diesen Verdacht.
<conspiracy>

Julian

Unregistered

22

Wednesday, August 16th 2006, 10:59pm

Ich hielte es eher für denkbar, das OH der Reihe einfach durch ein verstärktes Einbinden weiblicher Charaktere eine neue Wendung geben wollte.

Kirian Solde

Turbosuppenkasper

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23

Monday, September 11th 2006, 5:14pm

Von Julian

Quoted

Ich glaube, die Diskrepanz im Verhalten der Mädchen liegt vor allem in der relativ großen Zeitspanne begründet, die zwischen den beiden Bänden liegt. Ich hab die Bücher gerade nicht da, werde das aber recherchieren ;D


Welche Diskrepanz meißt du? War es nicht so, dass die Hühner sich in Band 4 unfair verhalten und die Ritter immer spüren lassen, dass sie nur als Gäste geduldet sind? Und in Band 9 sind sie unfair weil sie sofort gleichberechtigt behandelt werden wollen. Sie denken also nur an sich und nicht an die Gemeinschaft, geschweige denn die Ritter.

Obwohl ich ja finde, dass es genau darum geht, dass sich die "Außenstehenden", damit sind Rosenfelser wie Neustädter gemeint, genau in diesem Punkt von den Schreckensteinern unterscheiden. Ob nun Hühner oder Neustädter sie machen das was sie in ihrem bisherigen Leben gelernt haben, wenn´s hart auf hart kommt, denkt jeder in erster Linie an sich selber.

Und die Schreckensteiner fallen halt aus dem Rahmen, sie denken in erster Linie an die Gemeinschaft. Wobei ein zentraler Punkt der Bücher die Veränderung der Einstellung der Mädchen ist. Sie werden langsam, Buch für Buch, auch zu einer Gemeinschaft, anders als die Ritter, aber eben doch zu einer Gemeinschaft. Nicht nur untereinander sondern auch zu einer Gemeinschaft mit den Rittern.

Wobei mir eine Stelle ganz besonders in´s Auge fällt. In Band 26, nach dem Telefonstreich von Ute und den Zwerghühnern, sagen die Ritter:" Wir waren´s nicht" und die einzigen die ihnen glauben, weil sie die einzigen sind die die Ritter wirklich verstanden haben und kennen, sind die Hühner.

Nun bin ich zwar etwas vom Thread-Thema abgewichen, aber manchmal muss man die Gedanke halt schreiben wie sie fallen.
Rubdiwub, rubbeldidub, schnipp und schnapp.

Der große Mumpitz

24

Saturday, August 9th 2008, 11:23pm

RE: Band 4 vs. Band 9

Hallo zusammen,

da ich gerade mitten in Band 9 bin (und die Bände davor auch gerade gelesen habe), wärme ich dieses Thema mal wieder auf:
...
Band 4 - Die Schreckensteiner auf der Flucht - und Band 9 - Verschwörung auf Burg Schreckenstein - sind sich doch ziemlich ähnlich.

Einmal gastieren die Schreckensteiner auf Rosenfels, beim nächsten Mal die Rosenfelserinnen im gräflichen Teil der Burg.

Den Rosenfelserinnen wurde im genannten Thread ja schon vorgeworfen, sich auf der Burg Dinge herauszunehmen, die sie wenige Bände zuvor auf Rosenfels nie aktzeptiert hätten (haben).

Wie denkt Ihr darüber?
Band 4:
Diese Episode gefällt mir sehr gut. Die Ritter sind im Schloß nur "geduldet", weil Rosenfels dem Grafen gehört.
Wie sich die Ritter den Mädchen "annähern", finde ich aber spannend - wenn auch nicht immer ritterlich gemäß ihrem Spruch "...allzeit fair..."
Die Trimester-Hemden finde ich gut, und die Kontrolle ist die typische Reaktion von FDH: Wo der Rex seinen Schülern vertraut hält es FDH mit Lenin: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Reaktion mit den Bächle'schen Duftessenzen ist dann nur die logische Fortsetzung dieser Auseinandersetzung.
Das Aushängen der Duschraum-Fenster z.B. finde ich nicht sonderlich originell: Wie der Rex sagt (Sammelband 2, S. 93): "Ein Streich ist immer erst dann gelungen, wenn auch der, gegen den er sich richtet, darüber lachen kann. Ich finde es zum Beispiel weder sehr komnisch noch sonderlich taktvoll, Mädchen am Waschen zu hindern. Sie wollen ihren Gästen doch gefallen."
Auch wenn OH diese Kernaussage gleich darauf als Scherz des Rex wieder abwertet, drückt sie doch meiner Meinung nach genau den Unterschied aus zwischen den Jungs und den Mädchen. Gerade hier kommt dan der Unterschied in der Entwicklung bei Jungs und Mädchen zum Vorschein, die von OH ganz gut herausgearbeitet wird.

Band 9:
Umgekehrte Situation: Die Mädchen sind "Gäste" der Jungs.
Seit Erscheinen von Band 4 sind 8 echte Jahre vergangen, im Zeitablauf auf Schreckenstein aber höchstens ca. 1 Jahr (siehe hier: Das Alter der Ritter pro Band ).
Bezeichnend für diese Episode ist für mich die Aussage von Dr. Waldmann: (Sammelband 3, S. 285) "Jetzt erlebt ihr, was das heißt: friedliche Koexistenz zweier Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, oder einfacher: mit unterschiedlichen Auffassungen. Das erfordert mitunter sehr viel Geduld."
Mücke beschreibt das im Sonderblatt sehr schön aus seiner Sicht (Sammelband 3, S, 290): "Das Leben auf unserer Burg hat sich verändert. Wenn auch nicht so sehr, wie manche befürchtet haben. Die vorläufige Hausordnung ist zum Teil gar nicht übel. Wir haben Ablenkung und gleichzeitig Ruhe voreinander." Eigentlich also ein ganz idealer Zustand - wenn da nicht das Mißtrauen wäre: "Mißtrauen ist hier nicht üblich. Wir sind auch gegen Einmischung in unsere Angelegenheiten, wie zum Beispiel das Verbot von Streichen."
Die Mädchen als Gäste sehen das ganze in ihrem Flugblatt so (Sammelband 3, S. 300):
"Ihr seid nicht nur schlechte Verlierer, sondern auch dumme Trotzköpfe! Wo bleiben die fabelhaften ritterlichen Eigenschaften, auf die ihr euch so viel einbildet? Wo bleibt die Gleichberechtigung?"
Dieser Botschaft stimme ich zu!
Was ist die größte Angst der Ritter? Das sie ihre Gemeinschaft erweitern müssen um die Mädchen. Warum haben sie Angst davor? Vielleicht weil sie das unbekannte Wesen "Mädchen" (noch) nicht kennen? Weil sie Angst vor Veränderungen ihrer heilen Welt haben ("Es ist nicht mehr so wie früher.")
Das ganze spitzt sich zu im Streit zwischen Stephan und Ottokar.
Für mich symbolisiert Ottokar den konservativen Trotzkopf, der am liebsten keine Veränderung möchte. Stephan hingegen wird als der aufgeschlossene Typ dargestellt, der bereit ist, auf Veränderungen positiv zuzugehen. Ob sein Alleingang allerdings hier das richtige ist, ist wieder eine andere Frage.
Da ich gerade hier beim Lesen angelangt bin, gilt: Fortsetzung folgt...

Herzliche Grüße
Brian

And: Always Look at the Bright Side of Life, badam badam, badabadabadam.

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